Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es für Verbraucher keine Wahl zwischen verschiedenen Gasversorgern. Anders, als auf dem Strom-Markt, wo seit 1999 die Liberalisierung und die Abschaffung des Belieferungs-Monopols sehr schnell erfolgreich durchgesetzt werden konnte, zog sich eine vergleichbare Entwicklung auf dem Gasmarkt deutlich länger hin. Die Gründe dafür lagen in schleppenden Vereinbarungen zwischen den Grundversorgern und anderen Unternehmen, die sich ebenfalls im Gas-Markt engagieren wollten. Ein einheitliches Gasnetz, an dem, vergleichbar mit dem Stromnetz, alle Verbraucher angeschlossen sind und in das alle Erzeuger ihr Gas einspeisen können, gab und gibt es nicht.

Es waren umfassende Vereinbarungen zwischen den Netzbetreibern, die in der Regel selbst Gaslieferanten sind, und den neuen Unternehmen am Markt erforderlich. Seit 2004 besteht nun die Möglichkeit, Gas Kosten zu sparen, indem Verbraucher sich für einen anderen, als den bisherigen Gasversorger entscheiden. Nachdem es in den ersten Jahren nur wenige Anbieter gab und ein Vergleich der Gas Kosten in einem der Vergleichsrechner immer wieder zu keinem anderen Ergebnis führte, als weiterhin bei demselben Anbieter zu bleiben, hat sich inzwischen einiges verändert.
In jeder Region Deutschlands besteht nun eine Auswahl zwischen verschiedenen Gaslieferanten und unterschiedlichen Tarifen. Es ist nur nicht immer ganz leicht, den individuell günstigsten Anbieter herauszufinden. Bei dieser Aufgabe sind die Gaspreis-Vergleichsrechner hilfreich. Nach Eingabe des Wohnorts und des durchschnittlichen Jahresverbrauchs listen sie sehr schnell alle verfügbaren Anbieter auf. In fast allen Vergleichsrechnern steht der individuell niedrigste Tarif an erster Stelle. Dennoch sollte man den Tarif genauer hinterfragen, denn was auf den ersten Blick günstig erscheint, führt nicht immer dazu, dass die Kosten deutlich verringert werden.
Ähnlich wie bei den Stromtarifen gibt es auch Gastarife, die besonders günstig erscheinen, weil sie mit einer jährlichen Vorauszahlung der Gaskosten verbunden sind. Entscheidet ein Verbraucher sich für einen solchen Tarif, so muss er sich im Klaren darüber sein, dass die gesamten geschätzten Gaskosten für das nächste Jahr gleich nach Vertragsabschluss fällig werden. Wer ein größeres Haus mit Gas beheizt weiß, dass da eine hohe Rechnung auf ihn zukommt, die unter Umständen sogar mehrere tausend Euro betragen kann. Rechnet man sich aus, wie viele Zinsen verloren gehen, wenn man das Geld an den Gaslieferanten zahlt, anstatt es zu einem Zinssatz zwischen zwei und vier Prozent auf einem Festgeldkonto anzulegen, dann könnte dieser vermeintlich günstigste Anbieter doch an die zweite oder dritte Stelle in der Auflistung des Vergleichsrechners rutschen.
Einige Gas-Lieferanten bieten zwar zum Zeitpunkt des Gaspreis-Vergleichs nicht den niedrigsten Preis an, können aber trotzdem auf Dauer zu niedrigeren Kosten führen, wenn sie eine längerfristige Gaspreis-Garantie gewähren. Während der heute noch günstigste Anbieter in einigen Monaten vielleicht schon wesentlich höhere Kosten berechnet, kann ein anderer Anbieter dann noch immer vergleichsweise preisgünstiges Gas liefern. Beim Wechsel des Gasanbieters sollte also nicht nur auf den niedrigsten Preis geachtet werden, sondern auch auf die Konditionen, die mit einem Vertragsabschluss verbunden sind. Letztendlich ist ein Wechsel des Gasanbieters immer dann sinnvoll, wenn andere Tarife zu einer Reduzierung der Kosten führen.
